Veröffentlicht am 13. Mai 2024

«I like the way you kiss me» - Artemas live in Zürich

Der britische Musiker und Produzent Artemas Diamandis landete mit «I Like The Way You Kiss Me» einen viralen Hit. Der 24jährige hat aber noch ein paar mehr gute Songs im Ärmel. Am 28. September will er das im Komplex 457 in Zürich beweisen.

Journalist
253

Alle paar Wochen rauscht ein Song durch TikTok, vor dem man einfach nicht flüchten kann. Ab Ende März war das für einige Wochen «I Like The Way You Kiss Me» von Artemas. Wobei es genauer gesagt mal wieder nur ein kleiner Refrain-Fetzen war. Meistens sah man gutaussehende TikToker:innen, die mit reuigen Augen in die Smartphone-Kamera schauen und die Lippen zu diesen Worte bewegen: «I like the way you kiss me / I can tell you miss me / I can tell it hits, hits, hits.»

Trotzdem merkte man schnell: Da steckt ein wenig mehr hinter als ein virales Snippet. Zum einen war dieser betont gelangweilte, hohe, somnambule Gesang von Artemas schon mal sehr spannend. Auch der New-Wave-trifft-R’n’B-Vibe klang in dieser Verbindung irgendwie neu – obwohl er zugleich auf Retro-Vibes surfte. Dabei vergass man auch gerne mal, dass Artemas hier eigentlich ziemlich hohlen Macho-Shit singt.

Pop-Punk ist zurück! Und zwar besser als je zuvor ... | ZUM ARTIKEL

Zwischen Grunge-Jugend und Emo-Rap

Hinter dem so hippen Sound steckt ein noch recht junger Mann, der eigentlich aus einer sehr unhippen englischen Gegend stammt: der heute 24jährige Artemas Diamandis wuchs in einem Dorf in der Grafschaft Oxfordshire auf und kam angeblich auf die Idee, Musik zu machen, nachdem er die Kurt-Cobain-Doku «Montage Of Heck» gesehen hatte.

Inzwischen kann man Artemas musikalisch vielleicht irgendwo zwischen Post Malone, Rex Orange County, Blood Orange und Ekkstacy verorten. Sein erster, auch schon recht amtlicher Hit «I U Think I’m Pretty» surfte allerdings noch ein wenig mehr auf Emo-Rap und R’n’B-Vibes und lässt die Vermutung zu, dass er auch mal eine Lil-Peep- oder Lil-Pump-Phase hatte.

Ein Mixtape wie ein Debütalbum

Artemas’ im Februar veröffentlichtes Langstrecken-Debüt nennt er selbst zwar ein Mixtape, aber mit 13 Songs ist «Pretty» schon recht üppig und überzeugend geraten. Zwar ist kein Song länger als drei Minuten, aber die Qualität ist hoch – da haben andere schon weitaus weniger als Album verkauft. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall – vor allem auch abseits der genannten Hits.

Am 28. September wird Artemas im Komplex 457 in Zürich spielen. Tickets und weitere Infos gibt’s hier.

Empfohlene Artikel

halsey tiktok neue

Liebe Labels, TikTok ist nicht alles!

Immer mehr namhafte Künstler:innen wie Florence + the Machine oder FKA Twigs äussern ihren Frust über TikTok. Zuletzt sagte Halsey, sie müsse einen «viral moment on tiktok» faken, bevor das Label ihren neuen Song veröffentlicht.
Tote_SubPopLogo_Black_1024x1024@2x Kopie

Interview mit der Chefin des Kultlabels Sub Pop

Megan Jasper kam zu Beginn der 90er nach Seattle, wurde Praktikantin beim Label Sub Pop – und war plötzlich inmitten des Grunge-Hypes. Seit 2016 ist sie CEO des Kultlabels, das zwar noch immer zuerst mit Grunge und Nirvana in Verbindung gebracht wird, aber inzwischen ein sehr junges, diverses Artist Roster vorweisen kann. Wir trafen Megan im Rahmen des Festivals M For Montreal.
Demi Lovato - "Sped Up"-Version

«Sped Up»-Songs: Dieser Trend erobert Tiktok

Was passiert, wenn private Sound-Creators Songs beschleunigen? Dann gibt es einen neuen Trend. Und zwar einen, der gerade TikTok flutet. Ob Oldies oder brandneue Charthits – #spedup ist das Ding der Stunde. Ein Überblick.

Empfohlene Events

Gefällt dir der Artikel?