Veröffentlicht am 07. Dezember 2023

Freut sich wirklich jemand auf dieses Amy Winehouse-Biopic?

Das seit 2018 geplante Biopic zum Leben der «Rehab»-Sängerin soll im Frühling 2024 in die Kinos kommen. Noch hält sich die Vorfreude aber in Grenzen, denn «Back to Black» wird von Amy Winehouse’ Nachlassverwaltung und damit zum Teil von ihrem zwielichtigen Vater Mitch finanziert.

Journalist
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Im Jahr 2015 erhielt die Amy Winehouse ihren ersten Dokumentarfilm. «Amy» erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte der viel zu früh verstorben Sängerin, in einem hochsensiblen Profil, das kaum ein Auge trocken lässt. Das Werk erhielt über 50 Award-Nominationen und der Regisseur Asiv Kapadia und sein Produzent James Gay-Rees räumten später den Oscar für die beste Doku ab. Fans und Kritiker waren sich ebenfalls einig, dass «Amy» ein fantastische Produktion und ein würdiger Kniefall vor der legendären Künstlerin ist.

Mitch «The Bitch» Winehouse

Weniger happy war Amy Winehouse’ Vater Mitch. Neben dem Ex-Lover Blake Fielder-Civil und ihrem nicht weniger problematischen Manager kommt dieser in «Amy» nämlich ziemlich unter die Räder. Berühmt geworden ist vor allem ein Statement von ihm, in dem er verkündet, dass seine Tochter keine Rehab brauchen würde. Eine Zeile, die es später sogar in den Song geschafft hat.

Mitch Winehouse war aber auch zuvor schon ein öffentlichkeitsgeiler Wichtigtuer, der kaum eine Chance ausgelassen hat, das Privatleben seiner Tochter breitzutreten. Sein Umgang mit der mental sichtlich hilfsbedürftigen Amy dürfte deren Abwärtsspirale kaum geholfen haben – ein wichtiges Detail, das in der Doku wenig subtil aufgegriffen wird.

Via Instagram teilte Mitch kürzlich ein Update zum Biopic, was mindestens eine gewisse Nähe zu dem Projekt verrät.

«Back to Black»: Die Zeichen stehen nicht gut

Dieses schlechte Bild will Mitch Winehouse nun offenbar bereinigen. Mit «Back to Black» soll ein Biopic von Amys Leben erscheinen, das «wahrheitsgetreu» wiedergibt, was bis zum Zeitpunkt von ihrem Tod passierte. Mitchs Einfluss ist dabei aber nicht der einzige Grund für berechtigte Zweifel an dem Film. Vor knapp einem Jahr wurden die ersten Set-Bilder von der Amy-Darstellerin Marisa Abela veröffentlicht, die das Internet mit kollektiven «Next, please» kommentierte. Es reicht eben nicht, wenn man einer Schauspielerin einfach mal die Haare hochsteckt und die Augen mit dem Edding schminkt. Hier geht’s um Vibes, Charisma und irgendwas, das die meisten Menschen wohl eine «Seele» nennen würden.

Amy Winehouse: «In Her Words» ist eine schöne Mogelpackung | ZUM ARTIKEL

Auch die Wahl der Regisseurin lässt zumindest aufhorchen. Sam Taylor-Johnson hat zwar die formidable Lennon-Biographie «Nowhere Boy» verfilmt, aber eben auch den langweiligsten Soft-Porno der Welt: «50 Shades of Grey».

Von einer Vorverurteilung wollen wir natürlich absehen, aber die Chancen, dass aus diesem Flickwerk ein angemesses Biopic entsteht, sind überschaubar. Oder mit Amys Worten aus dem Song «Me and Mr. Jones»: «What kind of fuckery is this?»

(Quelle, Titelbild: Monumental Pictures)

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