Neue Musik von The Rolling Stones? Keith Richards hofft drauf!

In einem Interview mit Matt Wilkinson von Apple Music erzählt Keith Richards, dass er trotz des Todes von Charlie Watts weiter an neuer Musik schreibt. Die Rolling Stones könnten also vielleicht noch mal ein Album veröffentlichen.

Journalist
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Soeben ging die «Sixty»-Europatournee der Rolling Stones in der Berliner Waldbühne zu Ende. Ein durchaus symbolischer Ort, denn genau dort spielten sie 1965 ihr erstes Konzert im deutschsprachigen Raum – das eine wilde Bilanz zustande brachte: 87 Verletzte, 85 Festnahmen, fast alle Waldbühnen-Bänke Kleinholz, demolierte Laternen und Autos. Der Schaden betrug am Ende 400.000 Mark, die Hälfte davon ging für zerstörte S-Bahn-Waggons drauf. Diesmal ging es gesitteter zu, als die alten Helden ihre alten Hits zelebrierten. Schlagzeilen machen sie gerade eher wegen anderer Dinge. Denn, obwohl sie bei der «Sixty»-Tour fast ausschliesslich Songs spielten, die mindestes 30 Jahre auf dem Buckel haben, wecken sie gerade die Hoffnung auf neue Musik. Es wäre die erste neue Veröffentlichung seit ihrer Pandemie-Überraschung «Living In A Ghost Town».

Neuer Musik stand natürlich vor allem im Wege, dass Mick Jagger, Keith Richards und Ron Wood lange Zeit nicht wussten, ob sie ohne den im August letzten Jahres verstorbenen Drummer Charlie Watts überhaupt auf lange Sicht weitermachen wollten. Zwar war Watts schon bei den letzten Tour-Verpflichtungen von Steve Jordan vertreten worden, aber er war natürlich ein wichtiger Faktor, wenn es darum ging, den Trademark Sound der Stones am Leben zu halten. Nun sprach Anfang der Woche jedoch Keith Richards über die aktuelle Gemütslage der Band. Und macht den Fans Hoffnung. Richards war Gast beim Radiosender von Apple Music, wo er dem Moderator Matt Wilkinson ein Interview gab. Eine schöne Konstellation eigentlich – denn Wilkinsons Show ist sonst eher die beste Adresse für neue, frische Rockbands.

Im Interview (das in der zweiten Stunde der Show beginnt) sagt Keith Richards, dass innerhalb der Band weiterhin eine grosse Zuneigung untereinander bestehe. Deshalb habe es geschmerzt, Watts zu verlieren. Aber Steve Jordan füge sich gut ein, und gerade die Tatsache, dass man sich mit einem neuen Mitglied als Band neu arrangieren muss, bringe auch eine frische Energie in die Sache. Entscheidend dabei für Richards: «Charlie Watts hat mich schon vor längerer Zeit überzeugt, dass Steve ein würdiger Nachfolger ist.» Zum Songwriting sagte Richards: «Ich habe erst gedacht: ‚Oh, Ich kann das nicht ohne Charlie‘.»

Die Rolling Stones im Jahr 1977 mit Charlie Watts in der Mitte.  - Helmut Newton / Universal
Die Rolling Stones im Jahr 1977 mit Charlie Watts in der Mitte. - Helmut Newton / Universal

Aber dann erinnerte er sich an Watts Segen für Jordan und Richards nahm das Songwriting wieder auf – und zwar explizit für die Stones und nicht für ein etwaiges Soloalbum. In welchem Format die neuen Songs veröffentlicht werden, konnte oder wollte Richards derweil nicht sagen. «Ich mache auf jeden Fall einfach Songs und danach kümmern wir uns darum, wie sie erscheinen, oder?», sagte der 78-Jährige zu Wilkinson. Wir hoffen drauf, dass sie sich recht bald kümmern. Die Herren werden ja auch nicht jünger – auch wenn sie immer noch erstaunlich fit sind …

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