KATSEYE und ihre Debüt-EP «SIS – Soft Is Strong»
Die Global-Pop-Band, die nach K-Pop-Methoden ausgebildet wurde, hat nun ihre Debüt-EP veröffentlicht. Ab dem 21. August gibt’s auch auf Netflix die Doku «Pop Star Academy: KATSEYE», in der man zum Beispiel sehen kann, wie sich die Schweizerin Manon Bannerman in die Band gekämpft hat.
Wir geben es ja zu: Wir waren ein wenig skeptisch, als die ganze Sache mit KATSEYE losging. Die koreanische Produktionsfirma HYBE, deren Gründer die K-Pop-Stars BTS gross machte, suchte in einer Webshow mit dem US-Label Geffen Records auf der ganzen Welt junge Frauen, für eine Band, die in Südkorea nach K-Pop-Methoden ausgebildet werden sollte.
Anfangs blieb vieles vage
«The Debut: Dream Academy» hatte schon erstaunliche Image-Filme und zahlreiche, sehr talentierte Teilnehmerinnen, aber so richtig zündend war das Ganze nicht. Das lag vor allem daran, dass man nur auf YouTube, den Socials oder beim kostenpflichtigen Weverse teilhaben konnte.
Die Stories und die Performances der aus aller Welt stammenden Teilnehmerinnen blieben dabei im Vagen – und auch das Finale wirkte mehr wie eine OK-e Webshow und nicht wie der Gründungsmoment der «grössten Girlband der Welt», die man laut den Produzent:innen werden wollte.
So klingt die Band mit «unserem» K-Pop-Idol Manon | ZUM ARTIKEL
Mit den Singles kam Schwung in die Bude
In den letzten Monaten kam dann aber endlich Schwung in die Sache. Schon die Single «Debut» war catchy, aber vielleicht ein wenig zu kurz geraten. Die Choreografie war dennoch originell, die Vocals überzeugend, die Videoästhetik ein wenig K-Pop-bunt, aber nicht zu kitschig.
Die zweite Single «Touch» löste dann schon einen weitaus grösseren Buzz aus – ein sweeter Ohrwurm, der wieder mit einer sehr cleveren Choreografie daherkommt, die gut auf TikTok funktioniert. Bei Spotify steht der Track nur wenige Wochen nach Release bei fast 12 Millionen Plays, bei YouTube in diversen Versionen bei 8 Millionen.
KATSEYE landeten damit auch in der wichtigen Spotify-Playlist «K-Pop ON!» und gaben ihr überzeugendes Live-Debüt auf der KCON in Los Angeles. Vor allem diese Verbindungen sind wichtig, denn natürlich will diese global zusammengesetzte Band auch und vor allem die K-Pop-Crowd überzeugen.
Die Debüt-EP heisst «SIS – Soft is Strong»
Heute kam dann endlich die Debüt-EP und präsentiert drei weitere Songs, die allesamt überzeugen. Auf der Ballade «My Way» wird der Sweetness-Faktor mal ein wenig runtergedimmt, was ihrem Sound ganz gut steht.
«My Way» hat 90s-Girlgroup-Vibes und lässt alle Mitglieder mal solo ans Mikro, um einige Zeilen über ihren Weg in die Popwelt zu singen. Hier zeigt sich ab Minute 1.05, dass die Schweizerin Manon auch eine sehr schöne Gesangsstimme hat, die man ruhig ein wenig öfter solo hören könnte.
K-Pop-Nerds dürfte überraschen, dass hier sogar der BTS bzw. HYBE-«Chef» Bang Si-hyuk mit seinem Produzentennamen «Hitman» Bang in den Credits gelistet ist.
«I’m Pretty» ist ebenfalls eher balladesk und vielleicht ein wenig generisch geraten, bevor der letzte Song «Tonight I Might» dann wieder vollends überzeugt. Zumindest, wenn man auf grosse Girlgroup-Pop-Refrains steht.
Netflix-Doku startet am 21. August
Kommende Woche startet dann endlich die Netflix-Doku «Pop Star Academy: KATSEYE», die den Weg vom Casting zur finalen Band erzählt und sicher auch Einblicke in die toughe Ausbildung gibt.
Die Doku war wohl auch der Grund, warum man während des Prozesses nur kurze Einblicke und ein paar Performances zu sehen bekam. Aber sie ist eine gute Gelegenheit, um Daniela (USA), Yoonchae (Südkorea), Lara (USA), Sophia (Philippinen), Manon (Schweiz) und Megan (USA) näher kennenzulernen.
Fluchend in die Herzen der Fans
So kontrolliert und geplant die K-Pop-Welt auch sein mag: KATSEYEs Gunst beim Publikum steigerte sich kürzlich vor allem durch einen viralen Moment, der nicht planbar war.
Als ein Live-Stream für Weverse zu früh startete, hört man die Member, wie sie noch einmal herzhaft fluchen, bevor sie sich für das internationale Publikum handzahm geben. Dabei wirken die KATSEYE-Member dermaßen sympathisch, dass man ihnen den «SIS»-Vibe glatt abkauft.
Wenn alles gut läuft, werden wir KATSEYE in der kommenden Woche virtuell zum Interview treffen. Die Netflix-Doku gibt’s ab dem 21. August hier.